

Und schon wieder eine Migration
Fast fünf Jahre nach der Migration zu Jekyll war es wieder Zeit für einen technologischen Fortschritt. Dieses Mal haben wir uns für Zola entschieden – einen in Rust geschriebenen Static Site Generator, der uns mit seiner Performance und Einfachheit überzeugt hat.
Warum der Wechsel von Jekyll zu Zola?
Jekyll hat uns über die Jahre hinweg treue Dienste geleistet. Das Ruby-basierte Framework ist bewährt, hat eine große Community und bietet zahlreiche Plugins. Doch mit der Zeit sind uns einige Limitierungen aufgefallen:
Die Herausforderungen mit Jekyll
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Dependency-Management: Die Ruby-Umgebung mit Bundler, Gems und deren Abhängigkeiten erforderte regelmäßige Wartung und Updates. Version-Konflikte waren nicht selten.
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Build-Geschwindigkeit: Bei größeren Projekten wurde der Build-Prozess zunehmend langsamer. Was zunächst 2-3 Sekunden dauerte, summierte sich bei häufigen Änderungen.
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Entwicklungsumgebung: Das Aufsetzen einer funktionierenden Jekyll-Umgebung auf verschiedenen Systemen war nicht immer trivial, besonders bei Updates.
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Live-Reload Performance: Das Neuladen während der Entwicklung dauerte mehrere Sekunden, was den Workflow beeinträchtigte.
Warum Zola?
Bei der Suche nach Alternativen sind wir auf Zola gestoßen. Was uns überzeugt hat:
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Unglaublich schnell: Zola ist in Rust geschrieben und kompiliert zu nativem Code. Build-Zeiten von unter 30ms statt 2-5 Sekunden sprechen für sich.
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Alles enthalten: Eine einzige ausführbare Datei, keine Dependencies, keine komplexe Installation. Download, ausführbar machen, fertig.
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Eingebaute Features: SASS-Kompilierung, Syntax-Highlighting, Minification – alles dabei, keine Plugins nötig.
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Tera Templates: Ähnlich zu Liquid, aber mit besserer Performance und klarer Fehlerausgabe.
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Aktive Entwicklung: Regelmäßige Updates, moderne Features, responsive Community.
Der Migrationsprozess
Die Migration verlief systematisch und in mehreren Phasen:
- Phase 1: Analyse und Planung
Zunächst haben wir die bestehende Jekyll-Site analysiert:- Welche Templates werden verwendet?
- Welche Liquid-Syntax-Features sind im Einsatz?
- Welche Plugins werden benötigt?
- Wie ist die Content-Struktur aufgebaut?
- Phase 2: Grundstruktur Migration
- Projekt-Setup: Neues Zola-Projekt initialisiert und konfiguriert
- Content-Konvertierung: Frontmatter von YAML zu TOML umgestellt
- Template-Migration: Liquid-Templates zu Tera konvertiert
- SASS Stylesheets konnten übernommen werden
- Phase 3: Visuelle Verifikation
Der kritischste Teil: Die 1:1 visuelle Replikation der Jekyll-Site. Hier haben wir:- Browser DevTools verwendet, um HTML-Struktur zu vergleichen
- Computed Styles abgeglichen
- Screenshots von beiden Versionen verglichen
- Jede Seite einzeln validiert
- Phase 4: Testing und Optimierung
- Build-Prozess getestet
- Alle internen Links validiert
- RSS-Feed überprüft
- Performance-Metriken erfasst
Die Ergebnisse
Die Migration hat sich gelohnt. Die Verbesserungen sind messbar:
Performance-Vergleich
| Metrik | Jekyll | Zola | Verbesserung |
|---|---|---|---|
| Build-Zeit | 2-5 Sekunden | ~30ms | 10-50x schneller |
| Server-Start | 3-5 Sekunden | <100ms | 30-50x schneller |
| Live-Reload | 2-3 Sekunden | <100ms | 20-30x schneller |
| Installation | Komplex | 1 Binary | Drastisch vereinfacht |
Entwickler-Erfahrung
Der Workflow hat sich deutlich verbessert:
- Instant Feedback: Änderungen sind sofort sichtbar
- Klare Fehler: Zola gibt präzise Fehlermeldungen aus
- Einfaches Setup: Keine Gem-Konflikte mehr
- Plattform-unabhängig: Gleiche Erfahrung auf macOS, Linux und Windows
Und zudem die Gewissheit, dass wir nicht mehr in die Update Falle geraten, wenn es eine neue Ruby oder Jekyll Version gibt, hat den Umstieg beflügelt.
Fazit
Der Wechsel von Jekyll zu Zola war die richtige Entscheidung. Dies zeigt, dass es sich lohnt, regelmäßig neue Technologien zu evaluieren. Nicht jede Migration ist notwendig, aber wenn die Vorteile überwiegen, sollte man den Schritt wagen. Die Kombination aus Performance, Einfachheit und modernen Features macht Zola zu einer exzellenten Wahl für statische Websites.
Haben Sie Fragen zur Migration oder überlegen Sie selbst einen Wechsel? Kontaktieren Sie uns gerne!
Herausforderungen
Nicht alles war trivial:
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Conditional Rendering: Zola's strikte Conditionals entfernen leere Elemente komplett, Jekyll rendert sie als leere Tags. Dies erforderte CSS-Anpassungen.
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Date Localization: Zola's eingebaute Datumsformatierung nutzt System-Locales nicht immer wie erwartet. Lösung: Custom Template-Logik für Monatsnamen.
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Markdown Unterschiede: CommonMark (Zola) vs. Kramdown (Jekyll) haben subtile Unterschiede bei Listen-Indentierung (4 vs. 2 Spaces).
Für wen eignet sich Zola?
Ideal für:
- Entwickler, die Wert auf Performance legen
- Projekte, die häufige Builds erfordern
- Teams, die einfache Entwicklungsumgebungen bevorzugen
- Alle, die keine komplexen Plugin-Ecosysteme benötigen
Vielleicht nicht ideal für:
- Projekte mit sehr spezifischen Jekyll-Plugins ohne Alternativen
- Projekte, die dynamische Features benötigen (dafür ist kein Static Site Generator ideal)
